Sonntag, 29. Januar 2017

Das Erdäpfelgulasch meiner Oma

Zumeist schwört man sich am ersten Jänner, dass man sich den Rest des Monats von Rohkost und Kräutertee ernähren wird, um die gewonnen Kilos der Festtage wieder los zu werden. Ich selbst kann dazu nur sagen, dass ich diesen Vorsatz schon am 3. Jänner wieder aufgegeben habe.
Vor allem wenn man daran denkt, dass gerade einer der kältesten Winter seit rund 20 Jahren bei uns wütet. Da braucht man doch, etwas Warmes, etwas das an den Geschmack der Kindheit erinnert. Eines dieser Gerichte ist das Erdäpfelgulasch meiner Oma. Als ich noch ein Kind war, gab es das öfter bei uns. Zumeist wurde ein riesen Topf (Gulaschkanone) davon zubereitet, sodass man mehrere Tage etwas davon hatte. Denn aufgewärmt schmeckte es auch am besten. Generell muss man über Oma sagen, dass sie nicht besonders gerne kochte. Sie achtete immer darauf, dass das Essen billig und genug davon da war, sodass sie nicht all zu oft kochen musste. Nichtsdestotrotz, mochte ich ihr Erdäpfelgulasch sehr gerne.

Oma und Edith



Zutaten

  • 4 Stück Frankfurter Würstel
  • 1/2 Kilo Erdäpfeln (Kartoffeln) - festkochend
  • 3 Knoblauchzehe
  • 3 Zwiebeln
  • 1 EL Kümmel
  • 1 Stk Lorbeerblatt
  • 1 EL Majoran
  • 3 EL Butter
  • 3 EL Speisestärke
  • 2 EL ungarischen Paprika - edelsüß
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1, 5 Liter Rindsuppe


bei Bedarf
Pfeffer, Salz, Chiliöl, Sauerrahm (Schmant)

Zubereitung

  • Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in der Butter anschwitzen. Dazu den frischen Majoran und alles schon goldbraun werden lassen. Tomatenmark und Paprika dazu. Kräftig umrühren und mit der Rindsuppe ablöschen. (Ich habe dazu frische Rindsuppe verwendet. Wenn es schnell gehen soll, kann man natürlich auch so einen Bio-Instant-Würfel nehmen.)
  • In der Zwischenzeit die Erdäpfeln schälten und in kleine Stücke schneiden sowie die Frankfurter Würstel (ich glaube in Deutschland nennt man sie 'Wiener Würstel') dazu geben.
  • Das Lorbeerblatt und den Kümmel dazu fügen. (Hier ist es wichtig, dass man den klassischen Kümmel verwendet. Also keinen Kreuzkümmel oder irgendwelche asiatischen Alternativen.)
  • Alles auf den Herd bei mittlerer Hitze so lange kochen, bis die Erdäpfeln gar sind. Das hängt in erster Linie davon ab, in wie große Stücke man die Erdäpfeln geschnitten hat. Bei mir hat es 35 Minuten gedauert.
  • Speisestärke mit Wasser verrühren und unter das Gulasch mischen. Alles noch einmal aufkochen lassen. Das Gulasch sollte eine dickflüssige Masse haben.
  • Kosten. Je nach Geschmack mit Pfeffer und Salz würzen. Ich habe noch eine Zutat hinzugefügt, die meine Großmutter nicht verwendete, nämlich 2 Esslöffel Chili-Öl. Hier sollte man aufpassen, wie scharf man das Gulasch will.


Wer möchte kann das Ganze mit einem Esslöffel Sauerrahm servieren. Dazu passt ein Bier und eine frische Semmel.

Fazit

Wir aßen zwei Tage daran. Meine bessere Hälfte hat den Teller abgeschleckt. Und einhellig kamen wir zu dem Schluss, dass alt bekanntes auch sehr gut sein kann. Was die guten Vorsätze betrifft, so kann man ja noch auf die Fastenzeit hoffen...

Hier ein paar Impressionen aus dem eiskalten Wien.








Alle Rechte vorbehalten. In der Regel handelt es sich um meine Rezepte und Bilder, außer es wird hier bzw. direkt im Bild darauf verwiesen.


© Edith Huber 


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